Kennzeichen verloren oder gestohlen: Was jetzt zu tun ist

Der Parkplatz ist leer, wo eben noch Ihr Nummernschild war – oder auf der Autobahn hat sich das hintere Schild verabschiedet. Wenn Sie ein Kennzeichen verloren haben oder es gestohlen wurde, zählt vor allem eines: die richtige Reihenfolge. Wer zuerst zur Zulassungsstelle fährt und erst danach zur Polizei, steht schnell zweimal an.

Kurz gesagt: Bei Diebstahl zuerst Anzeige bei der Polizei erstatten, bei Verlust das verbliebene Schild einsammeln. Danach mit allen Fahrzeugpapieren zur Zulassungsstelle. Ihre bisherige Kombination wird gesperrt, Sie bekommen eine neue – und dafür brauchen Sie zwei frisch geprägte Schilder.

Die ersten Schritte: Diebstahl und Verlust werden unterschiedlich behandelt

Beide Fälle enden bei der Zulassungsstelle, aber der Weg dorthin unterscheidet sich.

Beim Diebstahl gehen Sie zuerst zur Polizei und erstatten Anzeige. Die Anzeigenbestätigung brauchen Sie anschließend auf der Zulassungsstelle. Dieser Schritt ist wichtiger, als er klingt: Werden mit Ihren Schildern Straftaten begangen – etwa Tankbetrug oder Fahrerflucht – landen die Ermittlungen zunächst bei Ihnen. Eine zeitnahe Anzeige ist Ihr Nachweis, dass die Schilder zum Tatzeitpunkt nicht mehr in Ihrem Besitz waren. Informieren Sie im gleichen Zug Ihre Kfz-Versicherung.

Beim Verlust, etwa wenn ein Schild während der Fahrt abgerissen ist, ist keine Anzeige nötig. Hier gilt: Nehmen Sie das verbliebene Schild ab und bringen Sie es mit. Die Zulassungsstelle zieht es ein und entwertet es.

Darf ich bis dahin weiterfahren?

Nein. Ein Fahrzeug ohne vollständige Kennzeichen darf im öffentlichen Verkehr nicht bewegt werden; der ADAC nennt dafür ein Verwarnungsgeld von 60 Euro. Lassen Sie das Auto stehen und organisieren Sie den Weg zur Zulassungsstelle anders – zu Fuß, mit dem Rad, öffentlich oder mit einer Mitfahrgelegenheit. Auch „nur kurz nach Hause fahren“ ist keine Ausnahme.

Diese Unterlagen brauchen Sie

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) und Teil II (Fahrzeugbrief)
  • eVB-Nummer als Versicherungsnachweis
  • Gültiger Nachweis der Hauptuntersuchung
  • Bei Diebstahl: die polizeiliche Anzeigenbestätigung
  • Bei Verlust: das verbliebene Schild
  • Bei Firmenfahrzeugen zusätzlich Gewerbeanmeldung oder Handelsregisterauszug, bei Vertretung eine Vollmacht

Die Gebühren der Zulassungsstelle für neue Papiere und Kennzeichen liegen laut ADAC bei bis zu 60 Euro – je nach Behörde und Umfang unterschiedlich. Die Schilder selbst kommen getrennt dazu.

Warum Sie fast immer eine neue Kombination bekommen

Das überrascht viele: Sie erhalten in aller Regel nicht Ihr altes Kennzeichen zurück, sondern eine neue Kombination. Ihre bisherige wird aus Sicherheitsgründen für mehrere Jahre gesperrt, damit sie nicht parallel im Umlauf ist. Wer an seinem Kennzeichen hängt – etwa weil es die Initialen der Kinder enthält – bekommt es also nicht einfach neu geprägt.

Genau hier lohnt es sich, kurz innezuhalten, bevor Sie zur Behörde fahren.

Neue Kombination nötig? Dann suchen Sie sie sich selbst aus

Wenn ohnehin eine neue Nummer fällig ist, müssen Sie nicht nehmen, was der Automat ausspuckt. Sie können vorab Ihre Wunschkombination prüfen und reservieren lassen – die Verfügbarkeit wird direkt bei Ihrer Zulassungsstelle abgefragt, und Sie bekommen eine Reservierungs-PIN, die Sie am Schalter vorlegen. Das dauert kaum länger als eine Minute und erspart Ihnen die Zufallsnummer.

Der Vorteil in dieser Situation ist doppelt: Sie kennen Ihre neue Kombination, bevor Sie vor dem Beamten stehen – und können die passenden Schilder schon bestellen, statt sie hinterher noch besorgen zu müssen.

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Wer prägt die neuen Schilder – und muss ich dafür zur Prägestelle?

Müssen Sie nicht. Die Schilderprägung neben der Zulassungsstelle ist Gewohnheit, keine Vorschrift. Amtliche Kennzeichen dürfen Sie überall prägen lassen, solange sie der DIN 74069 entsprechen – also aus Aluminium mit reflektierender Trägerfolie gefertigt und korrekt geprägt sind.

Bei uns kosten zwei geprägte Pkw-Schilder 29,95 Euro inklusive versichertem Versand, Einzelschilder für Motorrad, Leichtkraftrad, Traktor oder Anhänger ab 19,90 Euro. Bestellungen bis 17 Uhr gehen am nächsten Werktag raus, die Zustellung dauert in der Regel ein bis zwei weitere Werktage. Gefertigt wird in Deutschland, jedes Schild wird vor dem Versand kontrolliert.

Wichtig zu wissen: Die Schilder kommen ungestempelt zu Ihnen. Gültig werden sie erst mit der Stempelplakette Ihrer Zulassungsstelle – der Behördengang entfällt also nicht, wird aber deutlich kürzer, weil Sie die fertigen Schilder schon dabeihaben.

In vier Schritten zum neuen Kennzeichen

Schritt Was zu tun ist
1 Bei Diebstahl Anzeige erstatten, bei Verlust das verbliebene Schild sichern
2 Neue Kombination online prüfen und reservieren, PIN notieren
3 Schilder zur reservierten Kombination bestellen
4 Mit Papieren, PIN und Schildern zur Zulassungsstelle – stempeln lassen, fertig

Wenn Sie ohnehin gerade umgezogen sind, lohnt ein Blick auf unseren Beitrag dazu, ob Sie Ihr Kennzeichen beim Umzug behalten können – die Abläufe greifen ineinander.

Häufige Fragen

Muss ich bei einem verlorenen Kennzeichen zur Polizei?

Bei reinem Verlust nicht zwingend. Sobald ein Diebstahl im Raum steht oder Sie ihn nicht ausschließen können, sollten Sie anzeigen – die Bestätigung schützt Sie, falls mit den Schildern Unsinn getrieben wird.

Bekomme ich mein altes Wunschkennzeichen zurück?

In der Regel nicht. Die Kombination wird für mehrere Jahre gesperrt. Sie können sich dafür aber eine neue Wunschkombination aussuchen und vorab reservieren.

Wie lange dauert die Reservierung?

Die Verfügbarkeitsprüfung läuft direkt bei der zuständigen Zulassungsstelle und dauert nur einen Moment. Sie erhalten eine Reservierungs-PIN, die Sie bei der Zulassung vorlegen.

Wann sind die neuen Schilder da?

Bestellungen bis 17 Uhr gehen am nächsten Werktag raus, danach dauert die Zustellung üblicherweise ein bis zwei Werktage – versichert per DHL.

Sind online bestellte Schilder amtlich gültig?

Ja, sofern sie nach DIN 74069 geprägt sind. Gültig werden sie wie jedes Schild erst durch die Stempelplakette Ihrer Zulassungsstelle.

Zwei geprägte Schilder für 29,95 Euro – inklusive versichertem Versand, gefertigt in Deutschland nach DIN 74069.

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